CT gesteuerte Schmerztherapie



Facettengelenkinfiltration/ Facettenblockade (FB)
Periradikuläre Therapie (PRT)


Diese minimal-invasiven Techniken können bei akuten oder chronischen Rückenschmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule (LWS) eine Behandlungsoption darstellen, wenn andere konservative Maßnahmen keinen Erfolg gezeigt haben.
Mittels Computertomographie ist es dem Radiologen möglich, die zu behandelnde Zielregion (Facettengelenke oder Nervenwurzeln) sehr genau mit einer Injektionsnadel zu infiltrieren. Somit kann mit einer niedrigen Medikamentendosis am Ursprungsort der Beschwerden eine möglichst lang anhaltende Wirkung erzielt werden.
Die Indikation zu dieser Therapie sollte von einem Orthopäden, Neurologen/Neurochirurgen oder einem Schmerztherapeuten gestellt werden.

Vor der Untersuchung
Bevor mit der Behandlung begonnen werden kann, ist ein ausführliches Aufklärungsgespräch mit einem unserer Ärzte notwendig. In diesem Gespräch werden Ihnen die Behandlung, Erfolgsaussichten, alternative Methoden sowie die Risiken und Nebenwirkungen aufgezeigt.
Weiterhin wird mit Ihnen besprochen, ob eventuell Medikamente abgesetzt werden müssen.
Es ist wichtig, dass Sie zu diesem Termin alle Voraufnahmen, Befunde und evtl. OP-Berichte der Lendenwirbelsäule mitbringen.
Die Behandlung erfolgt in der Regel wöchentlich am Mittwoch in einem Zeitraum von max. 6 Wochen (max. 6 Infiltrationen).
Im Behandlungszeitraum werden Ihre Entzündungswerte durch Blutuntersuchungen kontrolliert. Hierzu erhalten Sie einen Überweisungsschein für Ihren Hausarzt, auf dem die zu bestimmenden Laborwerte angefordert werden. Die Blutentnahme sollte immer am Montag erfolgen.
Ohne Laborwerte ist keine Behandlung möglich - sie dienen Ihrer und unserer Sicherheit!

Die Untersuchung/Behandlung
Pro Behandlung werden 3 Facettengelenke auf der gleichen Seite infiltriert, in der nächsten Woche erfolgt die Injektion dann auf der Gegenseite.
Vor jeder Behandlung werden Sie von einer Assistentin zu Ihren aktuellen Beschwerden und deren Veränderung nach der letzten Injektion befragt.
Während der Therapie liegen Sie in Bauchlage auf der Untersuchungsliege des Computertomographen (CT).
Die Arme werden vor dem Kopf verschränkt und die Beine zur bequemeren Lage leicht unterpolstert. Während der Behandlung müssen Sie ruhig liegen. Zu Beginn wird ein Planungs-CT erstellt. Auf diesem werden die kleinen Wirbelgelenke genau dargestellt und die Einstichstellen festgelegt. Danach werden Ihnen Markierungspunkte auf dem Rücken aufgezeichnet und sorgfältig desinfiziert. Im Anschluss erfolgt die Injektion des Medikamentes durch den Arzt, die Nadeln werden entfernt und die Einstichstellen mit sterilem Pflaster abgedeckt. Diese sollen bis zum nächsten Tag am Rücken verbleiben.
Die gesamte Prozedur dauert ca. 10-15 Minuten.

Nach der Untersuchung
Am Behandlungstag sollten sie nicht duschen, baden, ins Schwimmbad oder in die Sauna gehen, damit es nicht zu einer Infektion am Injektionsort kommt. Im Anschluss bleiben Sie zur Nachbeobachtung noch 30 Minuten in unserer Praxis.
Diese Zeit können Sie nutzen, um sich an der Anmeldung einen Termin für die nächste Behandlung und den Überweisungsschein zur Blutentnahme (Kontrolle der Entzündungswerte) abzuholen.
Bitte lassen Sie sich von einer erwachsenen Begleitperson abholen und nach Hause bringen, da Sie am gleichen Tag nicht straßenverkehrstauglich sind !!! Sie dürfen auf keinen Fall selbst Auto fahren !!!

Komplikationen
Kein ärztlicher Eingriff ist völlig frei von Risiken!
Wir sind bei jedem Aufklärungsgespräch aus juristischen Gründen verpflichtet, Ihnen auch die noch so seltensten Komplikationen zu nennen, die trotz größter Sorgfalt während oder nach dem Eingriff vorkommen können:

  • vorübergehende Taubheit des Beines (sehr seltene Nebenwirkung),
  • Überempfindlichkeitsreaktionen auf die Medikamente wie Juckreiz, Hautausschlag, allergische Reaktionen
  • Spritzenabszess, Ausbreitung der Infektion mit Rückenmarkshautentzündung
  • Verletzung von Blutgefäßen mit Einblutung bzw. Bluterguss
  • Nervenverletzung